VR-Bank NEWS - Oktober 2015

Sterne des Sports 2015 vergeben

Gala im Landestheater Coburg

Coburg / Sonneberg. Es geht um den Spaß am Sport. Um den gemeinsamen Spaß am Sport. Und um die Würdigung der vielen Menschen, die diese Gemeinschaftserlebnisse durch ihren ehrenamtlichen Einsatz überhaupt erst ermöglichen. Denn wie sagte es Karlheinz Kipke, Vorstand der VR-Bank Coburg: "Nicht nur Leistungssport ist wichtig für die Region. Es ist ganz ganz wichtig, auch einmal die ehrenamtliche Arbeit unter der Leistungssportebene in den Vordergrund zu rücken."

Wunderbar geeignet für ein solches "in den Vordergrund rücken" sind die "Sterne des Sports", eine bundesweite Aktion der Volks- und Raiffeisenbanken in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund. Denn auch jetzt, als die VR-Bank Coburg die Auszeichnungen für die Regionen Coburg und Sonneberg vornahm, wurde deutlich, wie vielfältig und vor allem wie lobenswert das Engagement in vielen Vereinen ist.

Eine Premiere gab es diesmal freilich in der Region Coburg: Es gewann ein Projekt, das auf den ersten Blick vielleicht gar keinen sozialen, gesellschaftspolitischen oder integrativen Ansatz hat. Doch auf den zweiten Blick vereint die von Schülern des Gymnasiums Casimiranum erfundene Sportart "Tribal" vielleicht sogar alles. Denn Lehrer Christoph Dittrich erklärte: "Tribal ist einfach zu lernen und kann von jedem gespielt werden. von Groß und Klein, von Jungs und Mädchen zusammen."

Dank der Vermittlung von Astrid Hess hat "Tribal" den Sprung von der Schule in den Verein geschafft: Beim TV 1848 Coburg gibt es jetzt sogar eine Tribal-Abteilung, und mit der erfolgte die Bewerbung bei den "Sternen des Sports".

Bei der Siegerehrung im Landestheater mussten die "Tribal"-Kenner natürlich immer wieder Fragen zu der Sportart beantwortet. Kurz zusammengefasst lässt sich sagen: Es treten drei Mannschaften beliebiger Größe gegeneinander an, im dreieckigen Spielfeld befinden sich insgesamt vier Bälle, und letztlich geht es darum, mit Hilfe von Schnelligkeit, aber auch der richtigen Taktik, Bälle hinter seine Linie zu bekommen und damit Punkte zu sammeln.

"Das Spielfeld kann auch eine Wiese mit drei Bäumen im Hofgarten sein", nannte Christoph Dittrich einen weiteren Vorteil der Sportart. Ob der einstige Wunsch der Schüler, der da lautete "Tribal goes global", in Erfüllung geht?

Nun, bis München hat es Tribal zumindest schon mal geschafft. Denn dort findet Anfang November der Landesentscheid der "Sterne des Sports" statt, für den sich der TV 1848 nun als Regionalsieger automatisch qualifiziert hat.

Auf dem zweiten Platz in der Region Coburg landete die VSG Coburg/Grub mit ihrem Projekt "Volley4Kids". Ziel dabei ist es, bereits Grundschüler für den Volleyballsport beziehungsweise auch für den Mannschaftssport im Allgemeinen zu begeistern. Regelmäßig geben auch Spieler aus der Bundesliga-Mannschaft der VSG wertvolle Tipps und spielen mit den Kindern.

Dritter wurde die Senioren-Wandergruppe der Coburger Turnerschaft, deren Mitglieder am Anfang gar nicht Senioren waren: "Seit 1972 unternehmen wir jeden Donnerstag eine Wanderung", berichtete Eberhard Schmidt, in diesem November steht die 2200. Wanderung an. Die Mitwanderer sind zwischen 70 und 80 Jahre alt, und natürlich gehört eine gemütliche Schlusseinkehr immer mit dazu. "Wir haben auch zwei 90-Jährige dabei", verriet Eberhard Schmidt augenzwinkernd, "sie sind unsere Ehren-Wanderer." Und was sind die Privilegien eines "Ehren-Wanderers"? "Sie müssen nicht mehr wandern, sie dürfen gleich einkehren."

Aus der Region Sonneberg ging der Freizeit-Sportverein Wolkenrasen mit seinem Projekt "Gemeinsam Spaß haben - ob mit oder ohne Behinderung" als Sieger hervor. Die Siegesprämie in Höhe von 1500 Euro soll jetzt dabei helfen, für die so vorbildliche Behindertensportgruppe noch etwas Unterstützung durch einen professionellen Trainer zu bekommen.

Auf Platz zwei, der ebenso wie in der Region Coburg mit 750 Euro dotiert ist, landete der SC Oberlind mit seiner Fußballmannschaft, in der Menschen mit und ohne Behinderung zusammenspielen.

Dritter wurde der TSV Mengersgereuth-Hämern mit seinem Projekt "Power Hour for Kids" und durfte sich über einen 500-Euro-Scheck der VR-Bank Coburg freuen.

Es war ein sehr fröhlicher und beschwingter Gala-Abend, zu dem die VR-Bank Coburg anlässlich der Verleihung der "Sterne des Sports" ins Landestheater eingeladen hatte. Musik machte die Gruppe "Per Du", die in diesem Jahr beim "Bundesvision Song Contest" von Stefan Raab das Saarland vertreten hat; Showacts zeigten der Kunstradfahrer David und der Cyr-Wheel-Akrobat Daniel.

Zwei Mal im Laufe des Abends wurden die Gäste aber auch sehr still und nachdenklich. So begann die Veranstaltung mit einer Gedenkminute für den im August verstorbenen Peter Rückert. Der BLSV-Kreisvorsitzende hatte viele Jahre lang den Vorsitz der Jury bei den "Sternen des Sports".

Zu den diesjährigen Mitgliedern der Jury zählte unter anderen auch wieder Eberhard Fröbel, der Leiter des Sportamts der Stadt Coburg. Als er auf der Bühne kurz zur Arbeit der Jury interviewt wurde, nutzte er dies für einen Appell: "Unsere Sportvereine sind alle gut aufgestellt. Deshalb sage ich: Helft mit, die Flüchtlinge zu integrieren." Im Landestheater gab es dafür viel Beifall.

Bericht: Coburger Tageblatt, Oliver Schmidt

Impressionen